Am ersten Tag meiner ambitionierten Gschnitzer Talrunde startete ich frohen Mutes von zu Hause weg über den Wipptaler Hof und die Pflutschwiesen rauf bis zum Blaser wo ich nach knapp zwei Stunden meinen ersten Gipfel abhaken konnte. Kurz die morgendliche Stimmung genossen und dann flott weiter Richtung Peilspitze wo ich nicht viel später war.

Kurzer Abstieg im Schatten der Serles auf das Kalbenjoch und über die Kugelwand rauf zur Kesselspitze. Diese Passage ist ja im Winter an schönen Tagen immer schon extrem heiss – aber heute brannte es da herunter was das Zeug hielt. Erste Überhitzungserscheinungen wurden am Gipfel der Kesselspitze noch mit dem restlichen Wasser ertrunken aber da man hier oben kein Wasser nachfüllen konnte – entschloss ich mich nach meinem nächsten Gipfel – der Wasenwand abzusteigen aufs Padasterjochhaus – dort eine Suppe zu essen und mit 1,5 Liter Wasser die Getränkespeicher wieder zu füllen.

Jetzt wars bereits einige Zeit nach Mittag und die südseitigen Querungen rüber zum Silbersattel waren dann schon so was wie ein Nachmittagsspaziergang in Südspanien – extrem heiß. Dadurch verzichtete ich auch aufs Kirchdach – war ich eh erst oben vor ein paar Wochen – und machte am Silbersattel nochmals eine Rast.

Danach gings knackig steile und konzentriert zu gehende 1000 Höhenmeter abwärts ins Pinnistal wo ich zwischen Pinnis – und Karalm in einem Bach nochmals die Energiereserven auffüllen konnte. Hier war ich schon knapp 2700 Höhenmeter im Aufstieg am Weg und die bevorstehenden 700 Höhenmeter auf die Innsbrucker Hütte waren dann nicht der erhoffte Motivationsschub am Nachmittag – egal irgendwie walzte ich auch da noch hoch und war dann super happy als ich nach 9 Stunden Gehzeit die 28km und 3430 Höhenmeter hinter mich brachte.

Meine Waden waren zwar wieder kurz vorm krampfen aber liegend mit hochgestreckten Füssen konnte ich mich ganz gut entspannen und bei einem feinen Abendessen lernte ich noch ein paar deutsche Wanderer kennen die am Stubaier Höhenweg unterwegs waren. Geschafft aber glücklich machte ich mich eher früher auf ins Bett um regeneriert und voller Kraft am nächsten Tag wieder starten zu können.