Um 5.45 Uhr ging mein Wecker ab – flott alles zusammengerichtet – im Halbschlaf eine Schüssel Müsli und eine Tasse Kaffee runtergeschlungen und dann als einer der ersten raus und noch ohne Sonnenschein rauf in Richtung Habicht. Ging eigentlich für die gestrigen Strapazen heute ganz gut von der Hand – einige Sonnenaufgangsaspiranten kamen mir am Weg retour vom Gipfel schon entgegen und ich hatte dann das Wahnsinnsprivileg an so einem Samstag im August bei so einem Wetter meinen Gipfelaufenthalt ganz alleine zu genießen – da passt der Spruch – „Morgenstund hat Gold im Mund“ wohl bestens. Traumaussicht und angenehme Temperaturen.

Allerdings machte ich mich bald wieder an den Abstieg – es sollte ja heute zumindest noch ein Gipfel folgen. Bald wieder bei der Hütte – dort füllte ich meine Wasserspeicher wieder auf – packte meinen Rucksack und startete den Weg Richtung Bremer Hütte – wo ich nach einer Stunde den Abzweiger Richtung Glättespitze nahm – und da es hier weglos und teils über lästiges Gestein bergauf ging gestaltete sich der Aufstieg bis zum Grat als sehr anstrengend. Die Temperaturen ließen natürlich auch nicht nach – ganz im Gegenteil es bruzzelte schon bald vor lauter Hitze. Unterhalb vom Grat platzierte ich meinen Rucksack und machte mich auf, den letzten losen Steinhaufen zu überwinden. Immer aufpassen was hält und was nicht hält – somit war ich dann auch bald oben am Gipfel – wieder komplett für mich alleine – unglaublich schönes neues Gipfelkreuz und eine wunderbare Aussicht auf die umliegende Bergwelt – einfach zum genießen.

Nach dem Abstieg zum Hüttenweg legte ich erstmals eine längere Pause ein – füllte Wasser nach und machte mich dann auf den sehr sehr langen und psychisch doch auch sehr ermüdenden Weg Richtung Bremer Hütte. In meinen kühnsten Überlegungen vor der Tour sah ich mich noch am Gipfel der Äusseren Wetterspitze – aber das verschob ich auf ein andern Mal – zuviel war da am Sonntag noch vor mir. Oberhalb des Simmingsees gabs noch einen letzten Aufschwung und dann war ich am heutigen Tagesziel – der Bremer Hütte nach knapp 9,5 Stunden Gehzeit, ca 20km Marsch und 2500 Höhenmetern.

Des Weizen auf der Terasse war wohl eines der besten in meinem Leben – die letzten Sonnenstrahlen noch genießen – sich von den Stubaier Höhenweg Aspiranten vollquatschen lassen und eigentlich nur innerlich mit sich selber über einen zweiten megageilen Tag lachen.

Super Tag ging mit einem deftigen Schnitzel zu Ende und beim einschlafen hatte ich wie schon am Vorabend wenig bis ganz keine Probleme.