Nachdem sich die Lawinensituation mittlerweile beruhigt hat, konnten wir uns, als nicht Locals, endlich mal wieder ins Halltal trauen. Nach ein paar Nachforschungen viel unsere Wahl entweder auf die Wildangerspitze oder Stempeljoch bzw. Stempeljochspitze. Wir wollten uns die Situation vor Ort ansehen und dann entscheiden.

Aufstieg

Los ging es vom Parkplatz Halltal, vorbei bei St. Magdalena, Richtung Herrenhäuser. Nur ein paar wenig Rodler bzw. Tourengeher waren unterwegs. Schon von hier aus konnten wir erkennen, dass einiges an Schnee bereits geschmolzen war. Besonders in Richtung Bettelwurf war nicht mehr viel los mit der weissen Pracht. Nach etwas 1 1/2 Stunden gemütlich dahinlatschen sind wir bei den Herrenhäusern angekommen. Nach einer kurzen Besprechung entschieden wir uns aus zeitlichen Gründen recht bald dafür, diesmal auf die Wildangerspitze zu gehen und uns das Stempeljoch für ein anderes Mal aufzuheben.

Rauf zum Törl ging es schnurgerade auf einer sogenannten Hausmeisterspur – die hat uns einige Nerven gekostet. Je weiter wir uns dem Törl näherten, desto wärmer wurde es und der Schnee wurde entweder batzig oder zwischendurch auch wieder bockhart. Uns wurde bald klar, dass wir hier nicht abfahren wollten.

Am Törl angekommen genossen wir zuerst einmal die wunderbare Aussicht Richtung Innsbruck und Inntal. Zwischen Latschen und Bäumen führte uns der Weg an zwei interessante Rinnen vorbei, die bereits befahren waren und eine gute Alternative zur Aufstiegsspur darstellten.

Am Gipfel Wildangerspitze

Oben angekommen genossen wir einen wunderbaren Ausblick ins Karwendel und sahen einige andere Tourengeher die sich für die Stempeljoch Variante entschieden haben. Sonnig wars, aber der angekündigte Fön sorgte doch recht schnell dafür, dass wir uns an die Abfahrt machten.

Abfahrt

Wir entschieden uns recht bald dafür in die erste Rinne einzufahren – durch die vielen Spuren schlossen wir darauf, dass uns unten nirgendwo ein ungewollter 5 Meter Jump empfangen würde. Powdertraum wars keiner – teilweise recht harschig  und hart. Auch einige Steine schaute heraus. Dennoch jedes Jahr wieder ein Kick die erste steile Rinne der Tourensaison abzufahren. Anschliessend gings am Rodelweg zum Ausgangspunkt. Immer wieder einer Erlebnis in dieser herrlichen Umgebung unterwegs zu sein.

Verhältnisse

Inzwischen ist auch hier die mittlere Schneehöhe recht stark zurück gegangen. Der Schnee ist teilweise recht harschig – nur ab und zu konnten wir ein paar entspannte Schwünge machen.