Es ist ja nun kein Geheimnis mehr dass ich mich seit längerer Zeit in den Triathlonsport verliebt, verschossen und somit reingestürzt habe. Dieses Wochenende stand für mich das heiß ersehnte Saisonhighlight Trumer Triathlon Mitteldistanz auf dem Programm. Die Vorbereitungswettkämpfe Bardolino Olympische Distanz und Naturpark Crosstriathlon am Weissensee waren eher durchwachsen, besonders was das Schwimmen anging. Somit konnte ich mir auch schwer ein realistische Ziel setzen. Rechnerisch wollte ich einfach unter 6 Stunden bleiben, an einem guten Tag konnten vielleicht die 5:30 drin sein.

Die Vorfreude war riesig aber auch der Respekt war groß. Wir würde das Schwimmen wohl werden? Erstens bin ich grundsätzlich kein besonders gegnadeter Schwimmer, zweitens konnte ich bis vor 1 Jahr eigentlich garnicht so richtig schwimmen und drittens … wenn blos das Schwimmen nicht wäre! In Bradolino und am Weißensee war ich beide male knapp davor das Handtuch zu werfen, so derart geriet ich beim Schwimmen in Panik, Rückenschwimmen inklusive. 2 verschiedene Taktiken konnten mich davor nicht bewahren!

Aber alles der Reihe nach. Samstag angereist, einige Bekannte getroffen und grob mal einen Überblick über das Gelände gemacht. Die Sprintdistanz war auch ein Highlight zum Zusehen! Da ging es schon richtig zu Sache. Abends noch ein nettes Abendessen mit Martin, der mir sonst immer im Schwimmkurs um die Ohren schwimmt. Geschlafen habe ich eigentlich garnicht mal so schlecht.

Sonntag morgen. Regen! Auwehhh das kann ja was werden, doch die Prognose sollte Recht behalten. Wetter wurde Minute für Minute besser so das beim Startschuß tatsächlich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken brachen und es sollte den ganzen Tag lang kein einziger Regentropfen mehr folgen.

Triathlon Schwimmstart:

Devise: Blos nicht stressen lassen! Also beim rechtsdrehenden Schwimmkurs gaaaanz links außen eingereiht und somit dem ganzen Trubel aus dem Weg gegaben. Die Rechnung ging voll auf! Alles ganz entspannt durchgeschwommen, lediglich die Brille ist mir angelaufen und somit war die Wegfindung etwas tricky, aber mit ein bisschen Schielen durch die Nebelsschwaden isses schon irgendwie gegangen. Nach genau 40 Minuten nach 1900m aus dem Wasser. Genau genommen das 2. Mal aus dem Wasser, einen kurzen Landgang gabs ja zwischendurch auch.

Der kurze 400m Lauf in die Wechselzone, an dem man am Neopren rumfingert und irgendwie versucht auf den Beinen zu bleiben, vergeht ja immer wie im Flug bei Puls 180+

Radwechsel

hat super geklappt, auch die Gummibandgeschichte hat gleich auf Anhieb funktioniert. Los gehts auf die erste Runde. Beflügelt von der entspannten Schwimmerfahrung hab ich gleich ordentlich reingehauen! Teilnehmer um Teilnehmer konnte ich überholen. Der Wattwert auf der Uhr konnte mir das auch ganz einfach erklären! Viel zu viel, viiiiel zu viel. Aber trotz der vielen Ermahnungen an mich selbst ist der Wattwert die ganze erste Runde nicht in gesunde Tiefen gefallen. Runde 2 konnte ich dann etwas überlegter angehen, um gegen Ende der Runde 3 dann endlich doch für die ungestüme Runde 1 zu bezahlen. Die Oberschenkel waren leer auf den letzten 5-10 Kilometern fiel die Wattleistung in Richtung Grundlagenausdauer. Egal: In Summe eine Radzeit von 2:44.14 mit einem Schnitt von 32,4 km und 950 Höhenmetern. 15 Minuten unter meiner geplanten Maximalzeit.

Wechselzeit 2: das kann ja jetzt noch heiter werden

Raus auf die Laufstrecke:

Habe versucht möglichst locker und bewußt langsam anzulaufen, dennoch beim ersten KM einiges unter 5 Minuten. Immer diese optische Täuschung nach dem Radfahren. Egal wie sehr ich versuche langsam zu laufen, immer bin ich zu schnell. Blöd nur dass ich ganz genau weiß dass da meine Puste nicht mitspielt. Schon garnicht beim Halbmarathon. Also nochmal Tempo raus, was ist – immer noch unter 5 Minuten. Und dann fängt der Taschenrechner im Kopf an zu arbeiten. Wenn, vielleicht, dann geht, achwas geht nicht, doch könnte gehen, auch wenn nur …. und dann lauf ich halt so weiter wie es los ging. Und zum Beweis, könnte ich ja sagen, ich habs ja gewusst dass es nicht gehen kann jetzt die KM Schnittzeiten:

4:46, 4:56, 4:46, 4:53, 4:53, 4:54, 5:02, 5:04, 4:57, 5:04, 5:10, 5:16 — jetzt wirds bitter: 5:30, Claudia schreit rein: „Stehenbleiben is keine Option!“ 5:09, owehhh jetzt hab ich das ganze Pulver verschossen 5:22, 5:23 bitte Cola!! 5:42, 5:43, nur mehr drei!  Bitte noch mehr Cola! 5:39, nur mehr zwei, gibts ja nicht wie lang so a Kilometer sein kann 5;50, nur mehr ins Ziel – wo is des Ziel?!!! wooo? Und die Rampe, ich seh die Rampe – FINISH with a smile! Will nicht mehr gelingen, eher eine Art Grimasse 😉 EGAL!

Ziel! Geschafft!

Swim: 40:02
WZ-1: 3:50
Bike: 2:44:14
WZ-2: 1:58
Run: 1:47:54

Total: 5:18:00

Danke an alle die an der Stecke für so unglaubliche Stimmung gesorgt haben, und natürlich an Claudia und Julia ganz speziell!